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Fabrik im Übergang


Produktion alt
Die Geschichte der Fabrik geht bis ins 19. Jahrhundert zurück: im Jahr 1898 errichtete der Geschäftsmann Louis Tidow "auf der grünen Wiese" in Hannover-Badenstedt eine Fabrik zur Produktion von Feuerwehrspritzen.

Im Jahr 1919 kauften die Gebrüder Fuchs, die 1907 in Berlin das ADMI-Werk gegründet hatten, die Fabrik und nutzten sie bald als ihr Hauptwerk, da die Produktionsstätte in Berlin zu klein geworden war. Die ADMI-Werke Brüder Fuchs produzierten hier bis 1994.

Front alt Auf einem Areal von 9.951m² und einer Gebäudefläche von ca. 6.000m² wurden hier medizinisch-technische Apparate, vom Krankenhausbett bis zum Operationstisch, hergestellt. Die ADMI-Werke waren mit zeitweise über 700 Beschäftigten der größe Betrieb des Stadtteils und in ihrer Branche weltweit bekannt. 1993 stellten die ADMI-Werke die Produktion an diesem Standort ein.

1994 kaufte Rolf Häcker die Fabrikbrache und begann mit der Sanierung. Die Zielsetzung war, auf dem Gelände mit einer großen Freifläche ein Miteinander von Arbeiten und Wohnen zu ermöglichen. Die Gebäude sollten unter Erhalt der Substanz und der Struktur des seit 1898 gewachsenen Werkes umgebaut werden.


Heute ergibt sich heute folgendes Bild

Der Umbau und die Umnutzung der ehemaligen "Fuchs-Werke" ist unter weitgehender Erhaltung und Wiederherstellung der alten Bausubstanz und der alten Gebäudecharakter erfolgt. Hierzu war der Abriss einzelner kleinerer selbständiger Anbauten aus den 70er Jahren notwendig. Dadurch kommt die ursprüngliche, von 1898 an gewachsene Fabrikanlage in ihrem ursprünglichen Grundriss zur Geltung. Folgende wesentliche Aspekte wurden beim Umbau der Brüder-Fuchs-Werke berücksichtigt:

Die ursprüngliche, von 1898 an gewachsene Fabrikanlage kommt in ihrer Entwicklung zur Geltung. Wird eine spätere Aufstockung nicht berücksichtigt, so entspricht der heutige Grundriss wieder dem Grundriss von 1943.

1941 wurde eine Baracke für Kriegsgefangene erstellt. 1943 wurde an dieser Stelle von der Firma Böker & Söhne die "Wohnbaracke für ausländische Arbeiter" mit der Größe von 10x21m erstellt. Diese wurde in den 60er Jahren als "Fremdarbeiterheim" genutzt. Heute ist dies eine der letzten erhaltenen ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken in Hannover. An diesem Gebäude soll in Kürze eine Erinnerungstafel angebracht werden.

Die für die neue Nutzung notwendigen Fassaden-, Türen- und Fensteränderungen wurden so durchgeführt, daß der alte Fabrikcharakter trotz der Weiterentwicklung erhalten blieb. Eine liebevolle Restauration vieler Details unterstützt dies.

Halle InnenAuch der innere Charakter der Gebäude blieb weitgehend erhalten. Die vorhandenen inneren Trennwände wurden nur vorsichtig durch weitere Wände ergänzt. Flure und ein zentrales Treppenhaus wurden so eingefügt, daß in allen Räumen die Fabrikkonstruktion erkennbar blieb. Dies ist zum Beispiel an dem nur filigran verstärkten Sprengwerk, den Bimsbeton-Stahl-Decken mit Säulen und den nachgearbeiteten Ziegelwänden sowie der Verwendung alter aufgearbeiteter Gußheizkörper sichtbar.

Viele Anlagendetails wurden erhalten, teilweise unter mühevoller Kleinarbeit: die Aufzüge von 1936 und 1952 sind original in Betrieb (mit TÜV-Abnahme), eine Stanze von 1912 wurde versetzt und läuft heute im Museumsbetrieb. Aufzüge von 1936 und 1952 sind noch im Originalzustand in Betrieb. Säulenkonstruktionen, Wandstrukturen, teilweise Türen, Lampen, sowie altes Inventar wie Industrie-Schränke und -Regale, Arbeitsflächen aus Holz und Metall sowie ein früheres Fotoatelier wurden aufgearbeitet und wieder verwendet. Eingebaute OP-Schränke blieben erhalten.

FensterDie Sanierung erfolgte unter weitgehender Berücksichtigung ökologischer Aspekte: durch die Verwendung alter Baumaterialien (Steine, Gußheizkörper, etc.), gute Isolierungen und Holzfenster. Im Innenbereich wurde teilweise mit Lehmziegeln gemauert und mit Lehm verputzt, in Büros und Wohnungen wurden Holzparkettfußboden verlegt und mit Wachs/Leinöl versiegelt, Farben und Lacke wurden, wo möglich, aus ökologischer Herstellung verarbeitet.

Der gesamte Umbau ist mit wenig Energie- und Ressourcenaufwand durchgeführt worden. Der Einbau einer Wärmekraftstoffkopplung ist geplant, danach soll ein kleines Windkraftwerk auf einen alten Fahrstuhlschacht installiert werden. Im Heizungraum stehen inzwischen 3 Blockhizkraftwerke ASV 15 (www.energiewerkstatt.de) mit deren Abwärme ca. 80% des Wärmebedarfes des Geländes erzeugt wird.

MutterbodenTrotz eines guten Schadstoffgutachtens über das Gelände wurde 1995 den Boden der Freifläche auskoffert und mit etwa 40 Sattelschleppern Mutterboden verfüllt.

Nach und nach wurde das Gelände danach begrünt, rund um den alten Feuerwehrbunker mit Baum- und Buschbepflanzung entstand ein Biotop für Vögel und Fledermäuse. In angelegten Benjes-Hecken leben Igel und andere Kleintiere, auch Bienenstöcke sind hier heimisch. Duftende, teilweise alte, Blumenzüchtungen und Kräuter und Heilpflanzen bereichern die Grünfläche.

Seit dem November 2000 steht hier auch die Buddha-Statue des Indonesischen Pavillons der EXPO 2000. Es ist innerhalb einer alten Fabrikanlage eine Oase für Menschen und Tiere entstanden. Dafür erhielt das Gelände im Jahr 2001 den 1. Preis des Wohnumfeldwettbewerbs der Stadt Hannover.

Das Konzept behutsamer Umnutzung erforderte viel aufwändige Kleinarbeit an der alten Substanz, neben der grundsätzlichen Erneuerung von Heizung, Wasser, Strom, Isolierungen, Dächern und so weiter. Damit entsprach die Umgestaltung eher einer Restauration mit zeitgemäßer Weiterentwicklung.

InnenDurch diese Arbeiten sind die ehemaligen Fuchswerke den heutigen Bedürfnissen angepasst. So sind in den alten Gebäuden sehr unterschiedliche und teilweise sehr außergewöhnliche Werkstätten, Büros, Läden, Ateliers und Wohnungen entstanden. Große Fenster ermöglichen eine Lichtdurchflutung der Räume und ein großzügiges Leben und Arbeiten darin.

InnenhofGleichzeitig ist die Identität der Fabrikanlage als Gesamtheit mit ihrer Bedeutung für die Industrieentwicklung der Umgebung erhalten geblieben. Besonders deutlich wird dies bei Besuchen ehemaliger Mitarbeiter, die Gebäude, Innenräume und Maschinen oft wiedererkennen und Anekdoten dazu erzählen.

Unterstützt wird die neue Nutzung durch die Anordnung auf dem Geländes: niedrige Gebäude, grüner Platz in der Mitte. Dies ergibt eine fast dörfliche Struktur. Arbeiten findet im Kontakt mit dem Nebenbetrieb statt. Die Grünfläche ist Ruhezone, der Innenhof ist autofrei und nur zum Be- und Entladen befahrbar. 30 Stellplätze sind am Rande des Geländes auf einem eigenen zum Gelände gehörenden Parkplatz verfügbar.

Das Interesse der Bevölkerung an der Erhaltung und Umgestaltung der ehemaligen Fuchswerke ist groß. Inzwischen ist das Gelände auch über die Stadtgrenze hinaus bekannt wegen seiner Umgestaltung und seinen schönen Räumen. Häufig schauen Menschen einfach nur vorbei und erfreuen sich am Gelände.




Rolf Häcker • Empelder Str. 96 • 30455 Hannover • Telefon 0511 4750401