Auszug aus der Festschrift zum 25. Jubiläum:
Wohl selten in der Geschichte hat ein Zeitabschnitt von 25 Jahren so großes und bedeutendes Erleben mit sich begracht wie die Jahre von 1907 bis 1932.
Um so erfreulicher ist es, wenn wir heute feststellen können, daß es der Firma Brüder Fuchs gelungen ist, sich trotz Krieg, Inflation und Deflation in diesen schweren Zeitläufen zu behaupten und sich zu einer der größten Firmen der Branche zu entwickeln.

Im Jahre 1907 war man in Bezug auf die Raumkunst für die zahnärztliche Branche noch etwas sehr im Rückstand, und speziell in Metallmöbeln war die Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Damals existierten neben den Holzmöbeln Metallfabrikate, die nur aus Blech hergestellt waren und die auf Grund der leichten Bauart für den Gebrauch sehr große Schäden aufwiesen.
Die Gründer des Unternehmens, Herr Karl und Victor Fuchs, waren zu jener Zeit in den ersten Häusern der Branche beschäftigt, jahrelang waren beide in dem größten Unternehmen, das seinerzeit in der Branche existierte, der Firma S. S. White Dental-Manufacturing Company Philadelphia, die in Berlin ein Filialgeschäft unterhielt, tätig.
Nachdem beide Herren noch in anderen größeren Häusern der Branche, und zwar in rein deutschen Unternehmen tätig waren, faßten sie den Entschluß, etwas Vorbildliches in der Metallausführung auf dem Gebiet des Einrichtungswesens den Konsumenten zu bieten.
Mit dem festen Willen gründeten die Brüder Karl und Victor Fuchs am 1. Oktober 1907 das Unternehmen.
Für die umwälzende Verbesserung des Metallmöbelbaues konnte nur Metall in Frage kommen, denn der Werkstoff Stahl und Eisen ist am besten geeignet, in hygienisch einwandfreier Weise verarbeitet zu werden und auch im Gebrauch hat man in dem Metall das beste Material, welches am wenigsten dem Verschleiß unterliegt, vorausgesetzt, daß es richtig verarbeitet ist.
Es ist erklärlich, daß diese Idee, etwas Stabiles der Fachwelt in Metallmöbeln zu bringen, wie ja auch manches Andere im Wirtschaftsleben, vorerst einmal auf große Schwierigkeiten stieß, da sich die Fachwelt und insbesondere die Händlerschaft nicht so schnell umstellen konnte, und die Gedanken, die s. Zt. die Gründer des Unternehmens beschäftigten, waren gewissermaßen etwas revolutionär nicht nur in Bezug auf die Qualität, sondern auch, was sehr natürlich war, in Bezug auf den Preis.
Es war nicht zu vermeiden, daß bei der hochwertigen Beschaffenheit der neuen Metallmöbel Preisunterschiede entstanden, die das Doppelte und Dreifache der bisherigen Preise erreichten und teilweise sogar noch mehr. Es war daher ganz verständlich, daß in den ersten Jahren gewisse Widerstände zu überwinden waren, und es konnte der ursprüngliche Plan, nur auf dem reinen Fabriaktionsgebiet zu bleiben, durch Schwierigkeiten, die dem Unternehmen durch den Absatz entstanden, nicht beibehalten werden, sondern es mußte auch nach kurzer Zeit der Gedanke erwogen werden, die Einführung von neuen Metallmöbeln direkt bei dem Konsumenten vorzunehmen.
Zu der ganzen Idee des modernen Möbelbaues gehörte auch eine große Umwälzung in fabrikatorischer Hinsicht. Bis dato waren Modelle im Handel, die bei den s. Zt. üblichen Formen viele Ecken und Winkel aufwiesen, die weder praktisch noch schön zu nennen waren und die mit den Anforderungen der Asepsis nicht in Einklang gebracht werden konnten.
Der Grundgedanke der neuen Raumkunst lag darin, daß Möbel geschaffen werden mußten, die ganz neue Linien aufwiesen, die staubfrei gearbeitet und demzufolge ohne Winkel und Kanten waren. Ganz besondere Schwierigkeiten waren hierbei bezüglich des Schweißverfahrns zu überwinden, da ja die Technik des Schweißens noch in den Anfängen steckte. - Die Firma Brüder Fuchs war die erste, die derartige, vollkommen rund gearbeitete Einrichtungsgegenstände hervorbrachte, die auf Grund ihrer Formvollendung, eleganten Linienführung und ihrer zweckmäßigen Verwendung in wenigen Jahren alle Verbraucherkreise aufs höchste interessierte und überall bei den modern denkenden Verbrauchern mit großer Freude begrüßt wurden.
Bedeutende Fortschritte machten die neuen Ideen für Metallmöbel im Jahre 1909 auf dem Internationalen Dental-Kongreß, der zu jener Zeit im Reichstagsgebäude in Berlin stattfand. Die Fachwelt des In- und Auslandes anerkannte dort allgemein die rapide Entwicklung und die Fortschritte, welche durch ADMI-Stahlmöbel erzielt worden waren, und nahm die neue Idee auf, welche sie hier zum ersten Male verwirklicht sah. Von dieser Zeit an nahm das Unternehmen einen schnellen Aufstieg, es wurden immer mehr Räume benötigt und es wurden immer mehr Schraubstöcke eingestellt und im Jahre 1914, als der unselige Krieg begann, waren bereits ca. 75 kaufmännische und gewerbliche Angestellte mit der Herstellung der ADMI-Stahlmöbel beschäftigt.
Gerade zu jener Zeit war die alle 5 Jahre wiederkehrende Dentalschau, die damals in London stattfand, und die 1914 für den 3. bis 8. August angesetzt war.
Es war ganz selbstverständlich, daß sich an diesem bedeutenden Ereignis auch die Firma Brüder Fuchs beteiligte. - Inzwischen waren die ADMI-Möbel weiterhin verbessert worden, die Innenkonstruktion derselben war wesentlich verfeinert, alle Erfahrungen, die in den verflossenen 5 Jahren seit dem letzten Internationalen Kongreß sich als brauchbar erwiesen hatte, waren vereinigt worden, um auf der Londoner Schau den Fachleuten der Welt die Fortschritte des ADMI-Stahlbaues in der Praxis vor Augen zu führen. Es war daher außerordentlich bedauerlich, daß die gewaltigen Anstrengungen, die das Unternehmen zu dieser Schau in die Wege geleitet hatte, durch den Kriegsausbruch vernichtet wurden. Der wunderbare Eindruck, den die ADMI-Möbel schon am 1. August bei der Vorschau in den Londoner Fachkreisen machten, erweckte ein einheitliches Lob und die größte Bewunderung. Von vielen Fachleuten wurden die ADMI-Stahlmöbel als eine besondere Attraktion des Londoner Kongresses bezeichnet.
Es war nicht zu vermeiden, daß beide Inhaber, die früher aktiv gedient hatten, ihrer Militärpflicht genügen mußten, das Unternehmen also vollkommen ohne Führung wurde, die Fabrik selbst geschlossen werden mußte und nur in kleinerem Umfange das Dental-Depot aufrecht erhalten werden konnte.
Nachdem beide Inhaber die Kriegszeit gut überstanden hatten, wurde mit neuer Energie an dem Aufbau des Unternehmens herangegangen, und in ganz kurzer Zeit waren die alten Beziehungen wieder aufgenommen. Das Unternehmen erholte sich wieder und die Verbindungen, die durch die Kriegswirren verloren gegangen waren, wurden wieder angeknüpft. Bei dem Warenmangel, der in der ganzen Welt eingetreten war, fanden die nun weiter verbesserten Erzeugbnisse des Unternehmens von allen Seiten beste Anerkennung und entsprechenden Absatz.
Es stellte sich bald heraus, daß die Fabrik in der Wallstraße 13 in Charlottenburg der gesteigerten Nachfrage nicht mehr entsprach, so daß Anfang August 1919 der Entschluß gefaßt werden mußte, entweder in Berlin ganz neue Räume zu nehmen oder aber auf Grund der Tatsache, daß die Rohmaterialien aus dem Ruhrgebiet bezogen werden mußten, die neue Fabrikationsstätte näher an die Rohstoffe heranzubringen. - Aus letzterem Grunde wurde das neue Werk in Badenstedt, einem Vorort von Hannover, gegründet.
Schon bald nach Beginn der ursprünglich auf dentalem Gebiete liegenden Fabrikation erregten die Qualitätsmöbel der Firma auch die Aufmerksamkeit der ärztlichen Kreise. Die von der Firma beschickten internationalen Fach-Ausstellungen vermehrten die Nachfrage der Fachleute aus dem ärztlichen und Krankenhauswesen. Die neuzeitlichen, allseitig abgerundeten, emailleartig lackierten, abwaschbaren Stahlmöbel der Firma entsprachen den Anforderungen der Asepsis, auf welche der Arzt bzw. das Krankenhaus so besonderen Wert legen müssen, ja auch in idealer Weise.
Frühzeitig ging die Firma über zum Bau der Operationstische, der Untersuchungsstühle und all der vielen Gerätschaften, welche die ärztliche Praxis sowie das moderne Krankenhaus benötigt. Wie erfolgreich die rastlose, unermüdliche Tätigkeit der Firma auch auf dem Gebiete des Krankenhauswesens war, ist beispielsweise aus der Tatsache zu ersehen, daß allein in Deutschland weit über 100 Krankenhäuser ADMI-Möbel verwenden und daß die ADMI-Fabrikate schon auf der Gesolei, der großen Hygiene-Ausstellung in Düsseldorf 1926, die Goldene Medaille erhielt.
Der letzte 128 Seiten umfassende Katalog der Firma (Nr. 60) führt in anschaulicher Weise vor Augen, wie umfassend und vielseitig die Fabrikation auf dem Gebiet des ärztlichen und Krankenhauswesens geworden ist. Er enthält die modernsten, kompliziertesten Operations-Tische, welche Wunderwerke der Technik auf diesem Gebiet darstellen, sowie der für Spezial-Ärzte zweckdienlichsten, verschiedenen Untersuchungsstühle, der Laboratoriums-Einrichtung, der Einmauer-Schränke, Instrumentenschränke, Tische usw.
Doch auf dem dentalem Gebiet gab es kein Rasten bei der Firma, sondern dehnte sie ihre Fabrikation auch in den vielen, hier benötigten Einrichtungsgegenständen und Bedarfsartikeln nach allen Seiten aus. Die politische Nachkriegsentwicklung mit der Gründung der Randstaaten gab Veranlassung, am 1. August 1921 eine Filiale in Königsberg zu gründen, deren Aufgabe es war, in den östlichen Staaten und vor allem in dem abgetrennten Ostpreußen den Absatz der ADMI-Fabrikate sowohl auf dem dentalen, als auch im chirurgischen Gebiete zu fördern.
Der gute Ruf der Brüder Fuchs - Fabrikate erweckte auch im Ausland bald Nachfrage nach diesen und förderte die Firma diese in tatkräftiger Weise durch die Beschickung der verschiedenen Internationalen Ausstellungen beispielsweise in London, Rio de Janeiro, Paris usw. Eine besondere Export-Abteilung tat ihr Bestes, um den Absatz der ADMI-Fabrikate in der ganzen Welt mit gutem Erfolg ständig zu heben. Verschiedene Landesregierungen deckten in den vergangenen Jahren den Bedarf an Einrichtungsstücken für ihre Krankenhäuser bei der Firma und hat dieselbe seit ihrem Bestehen Tausende von Überseesendungen in allen Teilen der Welt zum Versand gebracht. Beispielsweise wurden allein für die Lissaboner Krankenhäuser 18 der schweren modernsten ADMI-Operationstische geliefert.
Die Firma unterhält eine große Anzahl von Auslandsvertretern und führte die überaus große Rührigkeit des südafrikanischen Vertreters dazu, in Kapstadt eine eigene Tochter-Gesellschaft, die S.A. Dental & Surgical MfG. Co., welche ein gut Teil für die Verarbeitung der ADMI-Möbel beigetragen hat, zu gründen. Um die Auswertung dieser Interessen haben sich Herr Johs. Binnewald und nach Gründung der Filiale im Jahre 1926 Herr Frank P. Hoffman hervorragende Verdienste erworben. An der Entwicklung des ganzen Betriebes haben in erster Linie die beiden Gründer, Herr Karl Fuchs, der im Jahre 1877, und Herr Victor Fuchs, der im Jahre 1881 geboren ist, den wichtigsten Anteil gehabt. Aber in gleicher Weise haben auch andere Mitarbeiter ihr Bestes dazu beigetragen, das Unternehmen zu fördern und den Kundendienst in jeder Weise weiterzubilden, um eine innige Verbindung mit dem In- und Ausland herzustellen.
Ganz besondere Verdienste hat sich hierbei der Prokurist Wilhelm Düring, der Leiter des Werkes Hannover-Badenstedt, erworben, der bereits seit der Gründung mit dem Unternehmen verbunden ist. Seine Leistungen waren besonders in technischer Hinsicht hervorragend.
Verdienstvoll war ferner die Tätigkeit des Prokuristen Johannes Hentschel, der ebenfalls über 22 Jahre seine Dienste dem Unternehmen widmete und dem vor allem der Kundendienst oblag und der die Verbindung mit dem Verbraucherkreise pflegte. Dann ist noch der Prokurist Fritz Schumbeck zu nennen, der auch über ein kleines Menschenalter in dem Betriebe tätig ist und der in gleich hervorragender Weise im Fabrikationswesen sich betätigte und dem Fabrikbetrieb in der Wallstaße vorsteht; ferner Prokurist Ernst Wings, dem es insbesondere oblag, über ein Jahrzent hinaus speziell den Kundendienst im Ausland zu fördern und die Entwicklung des Exportwesens stets bestens zu heben. - Erwähnt muß noch werden die langjährige Mitarbeiterin Fräulein Wally Wasmuth, die im Buchhaltungswesen vorsteht und über ein Menschenalter persönlich mit der Firma verwachsen ist, sowie noch mehrere hundert weitere Mitarbeiter, die hier namentlich nicht aufgeführt werden können, die aber alle ihr Bestes dazu beigetragen haben, in käufmännischer wie in gewerblicher Beziehung wie in einer Familie, die Properität des Unternehmens zu unterstützen.
Das Unternehmen selbt beschäftigt auch in der heutigen Wirtschaftskrise noch über 300 Mitarbeiter käufmännischer und gewerblicher Art, die dem Betriebe ihre Dienste zur Verfügung stellen. In den besseren Zeiten waren es weit über 400.
Wir glauben sagen zu dürfen, daß das Unternehmen in der ganzen Branche des In- und Auslandes den besten Ruf genießt. Es hat immer verstanden, sich den Zeitumständen anzupassen und auch in technischer Hinsicht alle Erfahrungen, die die Zeit ergab, für die von dem Unternehmen herzustellenden Erzeugnissen zu verwerten. wie oben erwähnt, entwickelte sich aus der ursprünglichen reinen Stahlmöbel-Fabrikation für Zahnärzte die Fabrikation chirurgischer Möbel für Ärzte, Krankenhäuser und Sanatorien und darüber hinaus die Fabrikation der vielen dentalen Apparate wie Speisäulen, -fontänen, Ölpumpstühle, Bohrmaschinen, Vulkanisierapparate und Kleinartikel. Die Fabrikation des Unternehmens hat sich heute so weit gesteigert, daß ganze komplette Enrichtungen für Zahnärzte, für Ärzte und Krankenhäuser herausgebracht werden, die auf Grund ihrer hochwertigen Qualität und guten Verwendbarkeit sich des besten Ansehens bei der Fachwelt erfreuen. Die Firma hat stets ihre vornehmste Aufgabe darin erblickt, nicht nur gute Qualität herzustellen, sondern diese auch für die heutige Zeit in Bezug auf den Wert so preiswürdig wie nur irgend möglich den Verbrauchern an die Hand zu geben. - Auch in Zukunft wird das Unternehmen darin seine vornehmste Aufgabe erblicken.